Tagesausflug zum Roten und Schwarzen Moor im Biosphärenreservat Rhön

Für unseren Ausflug zum Roten und Schwarzen Moor in der Rhön haben wir uns natürlich einen der kühleren Tage ausgesucht. Das Rote Moor ist mit 800m über NN zudem noch ein bisschen kälter (und windiger) als die Dörfer (und wohl Wetterstationen) drum herum. Google sagte uns 16°C voraus. Nach der Hitze der letzen Tage war das dann doch recht kühl.

Um 10 Uhr ging es am Roten Moor mit einer etwa 90-minütigen Führung los. Diese hat sich sehr gelohnt, da wir zusätzlich zu den Infotafeln viel Wissenswertes mitbekommen haben und in den Erzählpausen den lieben Gizmo streicheln konnten.

Gizmo der Hund

Wie entsteht ein Moor?

Ein Moor kann in einer Senke entstehen, wenn das sich dort sammelnde Wasser (Niederschläge und Grundwasser), z.B. wegen einer Tonschicht, nicht ablaufen kann. Einige Moose und Pflanzen (meist Gräser) lassen sich davon aber nicht abschrecken und gedeihen prächtig. Die abgestorbenen Teile werden jedoch durch das Wasser konserviert und vor der Zersetzung bewahrt: Es entsteht Torf.
In die Höhe wächst dieser etwa 0,8 bis 1mm im Jahr. Wenn das Moor nun so weit in die Höhe gewachsen ist, dass das benötigte Wasser nur noch durch Niederschläge geliefert wird, wird das Moor zum Hochmoor. Sowohl das Rote als auch das Schwarze Moor sind Hochmoore und damit schon etwas besonderes.

Rotes Moor

Blick auf den ehemaligen Moorkörper des Roten Moores

Das Rote Moor war einmal bis zu 8 Meter hoch, wurde aber entwässert und etwa 700.000 Kubikmeter Torf entnommen. In vergleichsweise kurzer Zeit wurde eine wertvolle Naturlandschaft zerstört.
Auch heute findet sich leider noch sehr oft Torf als Füllmaterial in Pflanzenerde, wodurch weitere Moore zerstört werden. Dabei gibt es Alternativen!
Die Bilder oben und unten zeigen übrigens die klaffende Lücke, die wir vom Aussichtsturm herab sehr gut sehen konnten.

700.000 Kubikmeter Torf wurden hier entnommen!

Schwarzes Moor

Das Schwarze Moor, in der bayerischen Rhön, ist ebenfalls ein Hochmoor. Da es jedoch schon 1939 unter Schutz gestellt wurde, ist es vom Torfabbau verschont geblieben und bis auf die Spuren mancher Besucher noch intakt.

Blick auf's Schwarze Moor

Allerdings kann man an den doch recht vielen Bäumen im Moorkörper erkennen, dass es nicht feucht genug ist. Fällt der Wasserspiegel ein wenig, wird der Torf zersetzt und bildet einen guten Boden für Sträucher und Bäume, die dank tiefer Wurzeln noch mehr Wassen entnehmen.

Ein Moorauge. Also eine Art See im Moor.

Ein rundum schöner Tagesausflug mit empfehlenswerten Mittagessen in krenzers rhön: Rhönlamm in Honig und Apfelsherry mariniert und im Tiegel gebraten. Wer möchte einen Apfelsherry aus dem Wiskyfass (edelsüß) probieren? Wir haben uns eine Flasche mitgenommen.

Bohlenweg im Schwarzen Moor

Gemeinsame Fototour

Auch war dieser Ausflug die erste gemeinsame Fototour. Caro fotografiert mit meiner alten Canon EOS 600D und dem neuen EF-S 18-135mm IS STM (das wirklich beeindruckt und eigentlich einen eigenen Artikel braucht!) und ich mit meiner1 neuen2 Kamera3.
Ab jetzt muss nicht immer nur Caro darauf warten, dass das Bild im Kasten ist. :-)

Künstlerische Gräser.
  1. Ja, die Bilder/Motive hätte ich auch mit meiner alten Kamera einfangen können.

  2. Doch, ich merke schon einen Unterschied!

  3. Es macht mir einen Ticken mehr Spaß!