Frei von Facebook

Seit etwa Anfang des Jahres — oder war es sogar schon im Dezember? — habe ich mich nicht mehr bei Facebook angemeldet. Ich bin also seit knapp fünf Monaten Facebook-frei.
Es geht. Gut sogar!

Gegen Ende meiner Diplomarbeit — also Q3/2010 — habe ich mir ein Konto bei Facebook zugelegt. Nahezu alle hatten da schon längst eine Pinnwand; da wollte ich natürlich auch endlich eine haben.
Sobald die Freundesliste groß genug war, wurde es interessant und ich war stets darüber informiert, wie es meinen Freunden geht und was sie gerade machen.

Einige Mitmenschen bestreiten ihr komplettes soziales Leben inzwischen über Facebook. Wie konnte man sich nur früher verabreden. Mir war das seit eh und je ein Dorn im Auge und ich war deshalb eher konsumierend unterwegs. Natürlich hat es seinen Reiz interessante Dinge, z.B. schöne Fotos, direkt zu teilen. Ist auch ein schönes Gefühl, wenn alle dein Zeug liken!
Ich nutzte Facebook also, um mich grob auf dem Laufenden zu halten.

Mit der Zeit wurde es aber immer komplexer um überhaupt alles zu sehen. Facebook sortierte die Einträge für mich vor und zeigte mir irgendwann nur noch ausgewählte Beiträge an. Wem ich öfters den Daumen gezeigt habe, den sah ich auch öfters in meiner Timeline.1
Dazu kamen dann noch die verschachtelten Sicherheitseinstellungen, etc. pp.

Anfang 2015 hatte ich einfach keine Lust mehr und die neuen Nutzungsbedingungen waren mir ein Dorn im Auge und ich wollte Facebook keine Verwertungsrechte an meinen Bildern geben. Seit dem habe ich mich nicht mehr angemeldet; Und gefühlt nichts verpasst… Auch wenn Facebook mir wöchentlich schreibt, was ich denn alles verpasst habe und wer wem gratuliert hat.

Meine Daten hat Facebook eh.

Ob ich mich nur wieder anmelde oder nicht. Ich lass es aber vorerst einfach weiter sein. Mann weiß ja nie, was die Zukunft noch bringt. Deshalb habe ich mein Konto weder gelöscht noch deaktiviert.

Zudem muss man aber nicht mal bei Facebook angemeldet sein. Facebook hat auch so deine Daten: Da muss nur einer aus dem Bekanntenkreis Facebook zur leichteren Suche nach Freunden Zugriff auf’s EMail-Postfach geben haben und schon ist man drin. Oder man surft eine der zahllosen Seiten an, die Facebook einbinden, und lässt sich anhand des Cookies tracken.2

Und die Anderen?

Ich geb’s ja zu: Ich habe Konten bei tumblr, twitter, google+, ello und auch myspace.
Tumblr wollte ich mal als Blogersatz hernehmen, hatte dann aber keine Lust dazu. Twitter ist mir inzwischen zu spamig. So viel kann man ja gar nicht lesen. Auf google+ folge ich hauptsächlich Fotografen. Und ello und myspace hab ich jeweils um des Habens willen. :)

  1. Wozu war eigentlich die eigene Pinnwand? Ich hatte diese Ansicht nur selten offen.

  2. Dank No-Script kann ich das Laden von Faceebook-Inhalten zumindest steuern und werde (hoffentlich) nicht getrackt.